Informationsveranstaltung Windenergie – Nachbericht

Windkraft – Energie der Zukunft aus unserer Region

Edling, 25. November 2025 – Mit einem herzlichen Willkommen eröffnete der 2. Vorstand der UBG Edling, Florian Prietz, die Informationsveranstaltung, die von der UBG Edling organisiert wurde. Mehr als 40 Bürgerinnen und Bürger aus Edling und den umliegenden Nachbargemeinden waren der Einladung gefolgt, um sich über den aktuellen Stand und die Zukunft der Windenergie in der Region zu informieren und den Dialog mit den Fachreferenten zu suchen.

Fakten statt Fake – WindRat informiert

Den Auftakt machte Projektmanager Peter Keller von der bundesweiten Initiative WindRat. Er stellte die Arbeit des Zusammenschlusses von über 40 Partnerorganisationen vor, der seit 2021 Wissen vermittelt und Kommunen sowie Bürgerenergieprojekte unterstützt. Keller erläuterte die gesetzlichen Rahmenbedingungen: Bis 2027 müssen 1,4 Prozent der Bundesfläche für Windenergie ausgewiesen sein, bis 2032 sogar 2 Prozent. Für Bayern bedeutet das konkret 1,1 Prozent bis 2027 und 1,8 Prozent bis 2032. Tatsächlich beträgt der Flächenverbrauch jedoch nur rund 0,02 Prozent der Landesfläche – ein vielfach unterschätzter Wert.

Darüber hinaus ging Keller auf zentrale Herausforderungen ein: Artenschutzprüfungen, Schall- und Schattenimmissionen sowie die Notwendigkeit transparenter Kommunikation. Er betonte, dass Windenergieanlagen laut Bundesverfassungsgericht im „überragenden öffentlichen Interesse“ stehen und einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Bürgerwind Riedholz: Regionale Energiewende zum Anfassen

Im Anschluss sprach Florian Lechner, Geschäftsführer der Bürgerwind Riedholz Betriebs GmbH & Co. KG. Er präsentierte das erste Windrad im Landkreis Rosenheim, das von 134 Bürgerinnen und Bürgern getragen wird. Die Anlage mit einer Nennleistung von 5.560 kW, einer Nabenhöhe von 166 Metern und einem Rotordurchmesser von 160 Metern ist seit Januar 2025 im Testbetrieb.

Mit einer Jahresleistung von rund 8,5 Millionen Kilowattstunden deckt sie etwa zehn Prozent des Stromverbrauchs der Gemeinde – genug für rund 3.500 Haushalte. Lechner berichtete zudem über die umfangreichen Genehmigungsverfahren, Gutachten zu Wind, Boden und Artenschutz sowie die Bauzeit von neun Monaten.
Er unterstrich: „Die Bürgerbeteiligung ist der Schlüssel für die Akzeptanz solcher Projekte. Unser Windrad zeigt, dass regionale Energiewende funktioniert.“

Lebhafte Diskussion mit den Gästen

Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich eine intensive Fragerunde. Über eine Stunde lang beantworteten die Referenten zahlreiche Fragen der Gäste – von technischen Details über Umweltaspekte bis hin zu wirtschaftlichen Chancen für die Region. Die rege Beteiligung zeigte das große Interesse der Bevölkerung und die Bedeutung des Themas für die lokale Gemeinschaft.

Dank und Abschluss

Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich Florian Prietz als 2. Vorstand der UBG Edling herzlich bei den beiden Referenten, Peter Keller und Florian Lechner, sowie bei Albert Bernstetter, der die Kontakte zu den Referenten hergestellt und die gesamte Koordination übernommen hatte.

Fazit

Die Informationsveranstaltung in Edling hat eindrucksvoll gezeigt, dass Windkraft weit mehr ist als nur eine technische Lösung zur Energiegewinnung. Sie ist ein Motor für regionale Wertschöpfung, schafft Arbeitsplätze, stärkt die kommunalen Haushalte und trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Besonders die Bürgerbeteiligung – sei es durch direkte Investitionen oder durch die transparente Einbindung in Entscheidungsprozesse – macht deutlich, dass Energiewende vor Ort nicht nur möglich, sondern auch gewinnbringend für alle Beteiligten ist.

Mit Projekten wie dem Bürgerwind Riedholz und Initiativen wie dem WindRat wird die Energiewende greifbar, verständlich und erlebbar. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass durch offene Kommunikation, fundierte Fakten und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger eine positive Aufbruchsstimmung entsteht. Damit ist ein starkes Signal gesetzt: Die Region ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an einer nachhaltigen Energiezukunft mitzuwirken.